Reni Scholz

Jeanine Vahldieck Band Kulturkirche Ost Köln
Jeanine Vahldieck Band
28. März 2022

Reni Scholz

Reni Scholz (M.) bei der Ausstellungseröffnung "Kollaborate" mit Myriam Thyes (r.) und Prof. Irene Daum in unserer Kulturkirche Ost in Köln
„Kollaborate“
Ausstellung von Reni Scholz aus dem Zwischenbereich von Zeichnung und Skulptur

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 28. April 2022, um 18 Uhr mit einer Einführung von Prof. Irene Daum 
Finissage am Sonntag, 22. Mai, um 12 Uhr mit musikalischen Improvisationen von Matthias Muche („Mit Glocken und Posaunen“)
Öffnungszeiten: sonntags 12-15 Uhr sowie nach Vereinbarung per Email oder Anruf unter 0221-2011 373 oder 0221-840 720 
Eintritt: frei

Corona-Regeln: Die Gäste unserer KULTURKIRCHE OST müssen entweder geimpft, genesen oder aktuell getestet sein. In der Kirche gilt Maskenpflicht bis zur Einnahme eines Sitzplatzes.


Prof. Irene Daum bei der Ausstellungseröffnung "Kollaborate" von Reni Scholz in unserer KULTURKIRCHE OST in Köln

Lässt sich der Begriff Dialog steigern? Bei dieser Ausstellung in unserer KULTURKIRCHE OST kann man das Gefühl bekommen. Während Reni Scholz ihre Kunst schafft, begibt sie sich einerseits in den Dialog mit unterschiedlichen Materialien und Techniken. Und bezieht andererseits aktiv das Publikum mit ein. Und vor allem tritt sie regelmäßig in den Dialog mit anderen Künstlerinnen und Künstlern.

So beschrieb Kunstexpertin Prof. Irene Daum auf der Vernissage zur Ausstellung „Kollaborate“ eins der beiden wichtigen Motive, die sich durch das Werk der visuellen Künstlerin – geboren in Berlin, seit vielen Jahren ansässig in Köln – ziehen. Das zweite Motiv sei ihr spezieller Umgang mit Zeit und Vergänglichkeit, ihre Art, das Besondere des Augenblicks einzufangen – „auch mit ganz anderen Mitteln als der Fotografie“.

Ein Ausschnitt, der es in sich hat

„Die Ausstellung zeigt nur einen Ausschnitt aus ihrem vielfältigen Werk“, fügte Irene Daum an. Ein Ausschnitt allerdings, der es in sich hat. Auf den ersten Blick sind es kaum 20 künstlerische Arbeiten an den Wänden unserer KULTURKIRCHE OST, dazu ein Bildschirm. Schaut man aber genauer hin und hört Reni Scholz zu, eröffnen sich zahlreiche neue Dimensionen.

Reni Scholz in unserer KULTURKIRCHE OST in KölnZwei der Exponate etwa weisen voraus auf eine Ausstellung, die erst im August 2022 im Bonner Künstlerforum zu sehen sein wird, und gleichzeitig zurück in die zwei Jahre der für viele frustrierenden Pandemie-Zeit. Sie sind Teil des – abermals dialogischen – Projekts Response. An 66 Künstlerinnen und Künstler verschiedener Nationalitäten hatte Reni Scholz klassische Prägedrucke geschickt mit der Bitte, auf die vorgegebene Relief-Thematik künstlerisch in der eigenen Technik zu antworten. Entstanden sind so insgesamt 100 Papier-Arbeiten.

Artefakte von morgen aus Baumwollpapier

Fünf weitere Werke sind Abbilder einer Kunstaktion, die zurückführt ins Jahr 1997. Für das Stadtmuseum Siegburg hatte Reni Scholz damals Tonplatten geschaffen, die – so das künstlerische Gedankenspiel – erst mehr als 1000 Jahre später wieder aufgefunden werden und Archäologen im Jahr 3041 Rückschlüsse geben auf die Gegenwart des ausgehenden 20. Jahrhunderts: „Artefakte von morgen“ also. Von diesen angeblich historischen Tonplatten hat sie in einem aufwändigen Handpräge-Verfahren Duplikate aus Baumwollpapier angefertigt.

Die Tonplatten sind – auch das erschließt sich nicht auf den ersten Blick – Grundlage für das Herzstück der Ausstellung in unserer KULTURKIRCHE OST: die Performance „Skulpturales Ereignis Nr. 10“. Die Tänzerin Britta Lieberknecht, Gewinnerin des Kölner Tanztheaterpreises 2009, übersetzt darin die Konturen der „Artefakte von morgen“ in Bewegungen. Sie agiert hinter einer Leinwand, drückt Körper und Requisiten in diese Stoffmembran und erzeugt so immer neue Formen und Kontraste, die die Konturen abstrahieren und so reichlich Interpretationsraum bieten.

Unbewusst die Corona-Misere vorweggenommen?

„Jeder sieht darin andere Dinge – je nachdem, was er zu sehen gewöhnt ist“, sagt dazu Prof. Daum. Reni Scholz etwa leitet aus der Isolation der Tänzerin vom Publikum den Gedanken ab, die Performance scheine „ungewollt die Corona-Misere vorweggenommen zu haben“, entstand sie doch schon vor dem ersten Lockdown.

Das „Skulpturale Ereignis Nr. 10“ existiert als Film, den Reni Scholz gemeinsam mit Beate Gördes produziert hat. Ein Bildschirm zeigt das zwölfminütige Video, das 2020 das Tagore International Film Festival im indischen Bolpur gewann. Außerdem sind ausdrucksstarke Fotografien ausgestellt, die bei der Performance entstanden.

Gastkünstlerin Myrim Thyes

Gast bei der Ausstellung von Reni Scholz ist – ganz dem Titel „Kollaborate“ entsprechen – die luxemburgisch-schweizerische Medienkünstlerin Myriam Thyes. Sie ist eine der Künstlerinnen, die sich am Response-Projekt beteiligt haben. Und sie steuert ein Video bei, das abwechselnd mit dem Performance-Mitschnitt zu sehen ist.

Myriam Thyes vor ihrer Video-Art bei der Ausstellungseröffnung "Kollaborate" von Reni Scholz in unserer KULTURKIRCHE OST in Köln

Darin lässt sie ganz unterschiedliche Kunstauffassungen aufeinanderprallen, indem sie Bilder vom barocken Deckenfresko einer römischen Jesuitenkirche („Triumph des Heiligen Ignazius“ von Andrea Pozzo) kontrastiert mit denen eines geometrisch gestalteten Kunstwerks der Klassischen Moderne („Kompositionen mit Kreuzen“ von Sophie Taeuber-Arp).

Eine weitere Form des Dialogs also. Ob dieser künstlerische Austausch im Widerspruch endet oder in der Synthese, liegt ganz im Auge des Betrachters.

Zur Website von Reni Scholz
Zur Website von Britta Lieberknecht
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