Ati von Gallwitz, Manfred Dahmen Alexander Ivo Franz Kulturkirche Ost Köln GAG
Was wiegt Kunst?
18. Oktober 2018

Renegade Bunch

Alles ist akustisch
Mit einer Setlist voller Coverversionen bespielte die aus Grevenbroich stammende Band Renegade Bunch unsere KULTURKIRCHE OST im Rahmen der Ausstellung “Was wie Kunst?“. Von Bowie, David, bis Petty, Tom, reicht ihr Repertoire, in dem sie jedem Song ihr ganz persönliches Soundkleid verpassen.

Die “Akustifizierung” von Songs hat eine große Tradition in Pop und Rock. Ihren Höhepunkt erlebte die Spielart der ent-elektrifzierten Coverversion vermutlich zu Zeiten, in denen der Musiksender MTV noch den Massengeschmack definierte und mit seiner “Unplugged”-Reihe ab 1989 Weltstars wie Bob Dylan, Oasis, Eric Clapton, Mariah Carey, Nirvana, Paul McCartney oder Led Zeppelin in Wohnzimmer-Athmosphäre auftreten ließ. Die Charts dominierten damals einerseits harte E-Gitarren, andererseits synthetische Klänge. Der “Unplugged”-Methode wohnt die Sehnsucht inne, durch die technisch durchproduzierte Hülle zum verborgenen Kern, zur eigentlichen Essenz und Schönheit der Musik vorzudringen.

Diesen Versuch also unternehmen auch fünf Musiker aus Grevenbroich mit ihrem Projekt Renegade Bunch: “Wir packen Rock- und Popstücke in ein akustisches Gewand”, erklärt Bandchef Guido. Dieses “akustische Gewand” ergibt sich aus der Bandbesetzung mit zwei Akustik-Gitarren für die harmonische Basis, einem E-Bass und einem Cajon als Rhythmus-Gruppe sowie den Stimmen von Guido und Sängerin Nadine.

Sichtliche Spielfreude

Sie ist es vor allem, die den Coverversionen der Songs von Künstlern und Bands wie Pink, Amy MacDonald oder Green Day einen individuellen Stempel aufdrückt. Mit ihrem kräftigen, vollen Organ, an die jüngst verstorbene Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan erinnernden Stimmüberschlägen und sichtlicher Spielfreude ist sie eine würdige Frontfrau. Besonders deutlich wird das beim Song “What’s up” der 4 Non Blondes, den sich Nadine voller Temperament zu eigen macht und dabei tatsächlich an die Orginal-Interpretation von Linda Perry heranreicht.

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Die Band funktioniert dazu wie ein Uhrwerk, fast schon stoisch, aber akkurat auf den Punkt legen Guido, Jörg, Harald und Thomas das saitenweiche Fundament für Nadines stimmliche Höhenflüge. Das eingangs von Guido beschriebene “akustische Gewand” führt zu dem erstaunlichen Effekt, dass Songs von so unterschiedlichen Künstlern wie Tom Petty (“Learning to fly”) und David Bowie (“Heroes”) klingen, als stammten sie aus einer Feder.

Die Akustik unserer KULTURKIRCHE OST ist wie geschaffen für diese eher leisen Klänge. Guido offenbart Schwierigkeiten, den Respekt vor dem heiligen Gemäuer abzuschütteln: “Wir spielen normalerweise in der Kneipe”, sagt er. “So eine Kirche schon echt was anderes …” 

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Was gibt’s als nächstes in unserer KULTURKIRCHE OST? Schauen Sie doch mal in unseren Kalender!